Mobiles Schmerzmonitoring

Zur Verbesserung des multiprofessionellen Schmerzmanagements

Schmerz und Alter

Unter Schmerzen zu leiden stellt eine bedeutende individuelle, als auch gesellschaftliche Gesundheitsproblematik von steigender gesundheitswissen-schaftlicher Relevanz dar. Ein Aspekt, der insbesondere vor dem Hintergrund der steigenden Anzahl betagter und hochbetagter Menschen an Bedeutung zunimmt, ist das Thema Schmerz und Alter. Schmerzen können die Aktivitäten des alltäglichen Lebens gerade bei älteren Menschen deutlich einschränken. Der Verlust der Selbstständigkeit, eine erhöhte Pflegebedürftigkeit sowie die Minderung der Lebensqualität sind typische Folgen einer Unter- bzw. Fehlbehandlung von Schmerzen. Die kontinuierliche Kommunikation zwischen den unterschiedlichen an der Schmerztherapie beteiligten Akteuren ist für die Durchführung eines adäquaten Schmerzmanagements und damit für die Verbesserung der Schmerzsituation von großer Wichtigkeit.

Mobile Technologien

In den vergangenen Jahren ist die Nutzung mobiler Endgeräte, wie zum Beispiel Smartphones oder Tablet-PCs drastisch gestiegen. Ebenso sind in vielen Bereichen der gesundheitlichen Versorgung derartige Technogien von wachsendem Interesse. In der Nutzung neuer mobiler Technologien im Gesundheitswesen fußen zahlreiche Hoffnungen für PatientInnen, die an chronischen Krankheitszuständen leiden. In Bezug auf PatientInnen mit chronischen oder akuten Schmerzen steht die Dokumentation und Messung der Schmerzintensität im Vordergrund. Mobile Endgeräte erlauben dem Nutzer eine zeit- und ortsunabhängige Dokumentation des Schmerzzustandes.

Was ist das Ziel des Projektes ?

Ziel des Projektes „painApp – Mobiles Schmerzmonitoring“ ist die Entwicklung und praktische Testung der Software painApp, welche die schmerztherapeutische Versorgung älterer Menschen ab 65 Jahren in der ambulanten Versorgung unterstützt. Im Rahmen dieser Entwicklung stehen zwei zentrale Elemente im Fokus der Entwicklung. Dies sind zum einen, die Entwicklung der painApp nach den Bedürfnissen und Problemlagen der zukünftigen Nutzer und zum anderen die Vernetzung der Akteure, die an der Schmerztherapie eines PatientInnen beteiligt sind (z.B. HausärztIn & Pflegedienst). Dies bedeutet, dass die painApp mit den Anwendern zusammen entwickelt wird und sich zum Beispiel die Farbgestaltung, die Größe der Schaltflächen oder die Logik der Menüführung an den Bedürfnissen älterer Menschen orientiert.

Wie gestaltet sich der Ablauf ?

Unser Anliegen ist es, die painApp mit HausärztInnen und PatientInnen gemeinsam altersgerecht zu gestalten. In der Testphase des Prototyps wird den teilnehmenden PatientInnen ein Tablet-PC kostenlos zur Verfügung gestellt. Für die Nutzung des Tablet-PC werden keinerlei Vorkenntnisse erwartet. Die PatientInnen werden gezielt angeleitet und während der Nutzung kontinuierlich begleitet. Mit der auf dem Tablet-PC installierten painApp können die PatientInnen ihre Schmerzen dokumentieren. Zudem erhalten die HausärztInnen über ein Webportal die Möglichkeit Einsicht in diese Dokumentation zu nehmen.
Wichtig in dieser Entwicklungsphase ist, dass PatientInnen und deren HausärztInnen darüber informiert sind, dass diese Dokumentation zunächst unabhängig vom vereinbarten Therapieplan erfolgen muss. Um die Gestaltung der painApp auf die Bedürfnisse von älteren Menschen anzupassen wird ein wissenschaftlicher Mitarbeiter des Projektes die teilnehmenden PatientInnen befragen. Im Vordergrund des persönlichen Gesprächs werden Aspekte zur Handhabbarkeit sowie zur farblichen und akustischen Gestaltungen stehen. Im Zeitraum von 12 Monaten sind maximal fünf Befragungen geplant. Die Erfahrungen der PatientInnen sind für die weitere Entwicklung von großer Bedeutung und werden explizit in den folgenden Entwicklungsschritte berücksichtigt.
Parallel dazu werden auch die HausärztInnen zum Informationsgehalt des Webportals befragt. So kann sichergestellt werden, dass die vom PatientInnen dokumentierten Parameter jene Informationen enthalten die für die Beibehaltung bzw. Anpassung der Schmerztherapie aus hausärztlicher Sicht notwendig sind.

Veröffentlichungen

  • Posterpräsentation auf dem deutschen Schmerzkongress 2014 (pdf 2 mb)
  • Der Abschlussbericht kann in kürze hier heruntergeladen werden.

Dieses Projekt wird gefördert und umgesetzt durch: